Freitag, 20.07.2018
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Entsorgung von gewerblichen Altholzmengen zur Verwertung: Ab 12. September wieder eingeschränkte Abgabe einiger Altholzklassen möglich

Nagold. Die Entsorgung von Altholz zur Verwertung wird immer schwieriger. Das bekommt aktuell auch die Abfallwirtschaft im Landkreis Calw zu spüren. Deshalb war auf den Recyclinghöfen und Entsorgungsanlagen ein befristeter Annahmestopp von gewerblichen Altholzmengen zur Verwertung bis 24. September geplant. Durch verschiedene Maßnahmen konnte dieser Annahmestopp für einige Altholzklassen jetzt aber vorzeitig aufgehoben werden. Ab 12. September können gewerblichen Altholzmengen zur Verwertung der Klassen 1 bis 3 wieder - allerdings eingeschränkt - abgegeben werden. Altholzabfälle zur Beseitigung von Privatanlieferern, also Haushalten, waren und sind davon nicht betroffen.

"Der Altholzmarkt in Deutschland hat sich total gedreht", berichtet Christian Gmeiner, Chef der Abfallwirtschaft im Landkreis Calw. "Innerhalb kürzester Zeit sind große Mengen auf den Markt und damit auch zu uns gekommen, die unsere Kapazitäten überstiegen haben. Wir haben in den letzten Monaten ca. 40 Prozent mehr Altholz bekommen als im Vergleichszeitraum der Vorjahre. Da unsere Lagerkapazität beschränkt ist und wir innerhalb der genehmigungsrechtlichen Grenzen bleiben müssen, blieb uns nichts anderes übrig, als die Reißleine zu ziehen. Und das war der Annahmestopp für gewerbliche Mengen zur Verwertung". Gewerbebetriebe, die regelmäßig größere Mengen anliefern, wurden im Vorfeld angeschrieben und über den befristeten Annahmestopp informiert. Hintergründe für diesen massiven Wandel und Anstieg der Mengen sind ein vermehrter Anfall von Altholz aufgrund der guten Konjunktur, höhere Aussortierquoten von Holz aus vermischten Abfällen aufgrund der gestiegenen Preise für Verbrennungsabfälle, vom Netz gehende Biomassekraftwerke aufgrund Stilllegung oder Revision sowie der letzte milde Winter samt ungewöhnlich voller Winterlager. Und das gilt für ganz Deutschland, hat aber auch Auswirkungen auf den Landkreis Calw.

"Zur Entsorgung des Altholzes haben wir Jahreskontingente bei Kraftwerken gesichert, die für die üblicherweise bei uns anfallende Menge mehr als ausreichend sind", weiß Gmeiner. "Da aber viele Entsorger über keine solchen Kontingente verfügen und die Kapazitäten offensichtlich völlig ausgeschöpft sind, ist der Marktpreis für Altholz extrem gestiegen. Die Folge war, dass wir in den letzten Monaten große Mengen an Altholz zur Verwertung angedient bekommen haben, die bisher über die Privatwirtschaft entsorgt wurden. Und diese Mengen lagen deutlich über dem Durchschnitt der Mengen vergangener Jahre, für die wir ein gesichertes Abnahmekontingent besitzen."

Wie geht es nun weiter? Privatanlieferer wie die Haushalte, die ihr Altholz zur Beseitigung abgeben, waren und sind auch künftig nicht von den Einschränkungen betroffen. Gewerbebetriebe können vom 12. bis 17. September auf den Recyclinghöfen einmal täglich bis zu einem Kubikmeter Altholz der Klassen 1 bis 3 abgeben. Auf den Entsorgungsanlagen Simmozheim und Walddorf können dann auch bis zu zwei Kubikmeter abgegeben werden, ebenfalls einmal täglich. Dort sind die Lagerkapazitäten größer. In der dann folgenden Woche vom 19. bis 24 September bleibt die Regelung auf den Recyclinghöfen nach heutigem Stand unverändert. Auf den Entsorgungsanlagen Simmozheim und Walddorf können dann aber voraussichtlich zweimal die Woche pro Gewerbebetrieb auch noch größere Mengen als zwei Kubikmeter Altholz der Klassen 1 bis 3 zur Verwertung abgegeben werden.

Anders verhält es sich bei Altholz der Klasse 4. Das sind besonders belastete Hölzer wie beispielsweise imprägnierte Jägerzäune, Fenster oder alte Bahnschwellen. "Hier ist der Markt noch enger", betont Gmeiner. "Wir bekommen das Material aktuell nicht im notwendigen Umfang entsorgt. Der Annahmestopp von gewerblichen Mengen bleibt deshalb hier vorerst bestehen, bis sich die Situation entspannt. Wir arbeiten jedoch im Rahmen der Verpflichtungen und einschlägigen Vorschriften mit Hochdruck an einer Lösung im Sinne aller Kunden. Sobald aus diesen Gesprächen heraus Ergebnisse vorliegen, können wir entsprechend reagieren und werden dann zeitnah darüber informieren."

Quelle: www.awg-info.de

 




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