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Gebührensystem sorgt seit Jahren für große Wertstoffmengen und 90% Recyclingquote

Auf einer Fachkonferenz des VKU zum Thema „Ident-Wiege-Systeme in der Abfallwirtschaft“ am 06.09.2011 in Berlin stellte Jürgen Morlok vom Landkreis Aschaffenburg einen Bericht zu 14 Jahren Erfahrung mit der Verwiegung von Mülltonnen am Müllfahrzeug vor.

Bereits seit Juli 1997 werden die Rest- und Biomülltonnen verwogen und gebührenrelevant gegenüber den Bürgern abgerechnet.

Neben einer Gewichtsgebühr werden eine Entleerungs- sowie eine Grundgebühr erhoben. Diese Gebührengestaltung hat dazu geführt, dass die gesamte Haus- und Sperrmüllmenge (im April 1999 wurde die Verwiegung des Sperrmülls auf Abruf eingeführt) seit 1998 die geringste in Bayern bei gleichzeitig höchster Recyclingquote von durchschnittlich ca. 90% (seit Einführung der Sperrmüllverwiegung) ist. Die Wertstoffmengen konnten mit Einführung der Verwiegung bei allen Fraktionen, bei einigen erheblich (z.B. Bauschutt), gesteigert werden. Neu eingeführte Sammlungen wurden grundsätzlich gut von der Bevölkerung angenommen. Im Hausmüll mit insgesamt knapp 52 kg/EW in 2010 befinden sich nach Haus- und Sperrmüllanalyse von 2011 durch das bifa Umweltinstitut, Augsburg, lediglich noch 2,5 kg nutzbares Wertstoffpotential, wovon lediglich knapp 0,5 kg (Nichtverpackungskunststoffe) bislang nicht durch Bring- oder Holsysteme erfasst werden (vgl. EUWID 29/2011).

Die Frage nach einer Wertstofftonne oder einer Miterfassung in den Systemen der dualen Systeme stellt sich für den Landkreis daher nicht.

Hinsichtlich der grundsätzlich ins Feld geführten illegalen Abfallentsorgung im Zusammenhang mit der Verwiegung kann der Landkreis auf langjährige, positive Statistiken verweisen, dass nämlich durch die Verwiegung keine Ausweichreaktionen größeren Ausmaßes zu erkennen sind. Zusätzlich dazu kann die Hausmüllanalyse anhand einzelner Abfallfraktionen im Vergleich mit Zahlen aus anderen Gebietskörperschaften mittelbar bestätigen, dass auch keine hohe Dunkelziffer zu befürchten ist.

Auf Grund der geringen Restmüllmengen (2007 nach dpa-Recherchen sogar die geringste in Deutschland), des qualitativ und quantitativ hohen Angebots an Verwertungsmöglichkeiten im Hol- und Bringsystem sowie der hohen Sensibilisierung und Motivation der Bürger, Wertstoffe sortenrein abzugeben, konnte der Landkreis bei Beseitigung und Vermarktung sämtlicher durch den Landkreis zu entsorgender Abfälle inkl. Altreifen, Gewerbemüll, Hausmüll, Altpapier usw. (ohne Sammlung) 2010 in der Summe einen Überschuss von ca. 200.000 € erzielen. 2011 werden auf Grund der guten Vermarktungssituation ca. 700.000 € Überschuss erwartet. Dies wirkt sich entsprechend auf die Müllgebühren aus, die für einen 4-Personen- Haushalt 2010 durchschnittlich rechnerisch nur knapp 111 € ohne und gut 138 € mit Biotonne betrugen bei kostenfreier Papiertonne.

Ergänzend zum Bericht ist festzustellen, dass z.B. bei einem Wegfall der Erlöse aus der Altpapiervermarktung, auch unter Berücksichtigung von ersparten Erfassungskosten, mit Gebührensteigerungen von mind. 20 bis 30 € pro 4-Personenhaushalt und Jahr zu rechnen wäre.
 
Der Bericht zum Vortrag ist im MAGAZIN unter dem Link >>> hier kostenlos einzusehen.
Quelle: Lra Aschaffenburg
 




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