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Kommunikation


1. Hofer Runde – „Innovationen bei der Wertstoffsammlung“ am 25.04.2013 in Hof

Mit der Hofer Runde haben der Abfallzweckverband Stadt und Landkreis Hof (AZV Hof) und die ia GmbH eine regelmäßig stattfindende Plattform zum länderübergreifenden Erfahrungsaustausch zwischen Leitern kommunaler abfallwirtschaftlicher Einrichtungen geschaffen, die zwei bis dreimal jährlich zu wechselnden, stets aktuellen Themen stattfindet, wobei auch Vertreter weiter entfernter Regionen stets willkommen sind!

Seit Anfang 2013 ist die ia GmbH mit Ihrer Niederlassung Vogtland in Hof präsent. Das namensgebende Vogtland ist dabei eine historische Region, die länderübergreifend Teile von Bayern, Sachsen, Thüringen und Tschechien umfasst. Gemein ist diesen Regionen eine vergleichbare Struktur und vergleichbare Anforderungen an die Abfallwirtschaft.



Innovationen bei der Wertstoffsammlung – so der Titel der 1. Hofer Runde - fand dann auch bereits das erhoffte regionale und überregionale Interesse und so war der Tagungsraum im Abfallwirtschaftszentrum des AZV Hof bis auf den allerletzten Platz gefüllt.

Teilnehmer der 1. Hofer Runde

Zu Beginn stellte der Mitinitiator der Hofer Runde, Willi Fränkel, Geschäftsführer des AZV Hof, den Ansatz des Abfallwirtschaftszentrums Hof und die Wertstoffstrategie des Zweckverbandes vor. Dabei stand insbesondere die Folgenutzung der Deponie am Silberberg im Fokus.

Willi Fränkel, Geschäftsführer des AZV Hof

Mit Spannung erwartet wurden die Ergebnisse des Projektes „Duotonne“ der Stadt Schweinfurt im zweiten Vortrag. Die Duotonne ist ein für zwei unterschiedliche Fraktionen genutzter Behälter, im Fall der Stadt Schweinfurt die reguläre Papiertonne mit Zweitnutzung als Wertstofftonne. An zwei bis vier Terminen im Jahr wird die Papiertonne am Folgetag der Papierleerung zur Wertstofftonne. Der Bürger kann dann Altkleider, Kleinelektrogeräte oder Altmetalle wie Armaturen oder Töpfe, in der Tonne entsorgen. Nach der Wertstoffleerung wird diese Tonne wieder zur regulären Papiertonne – bis zum nächsten Duotonnentermin.

Ludwig Paul, Stadt Schweinfurt

Ludwig Paul vom Baubetriebshof der Stadt Schweinfurt berichtete über Erfahrungen bei der Öffentlichkeitsarbeit, über die Qualität der gesammelten Stoffe, deren Zusammensetzung, die Sortierung und wirtschaftlichen Ergebnisse des Projektes. Auch wenn die Duotonne bislang noch nicht kostendeckend umsetzbar ist, so wird die Stadt Schweinfurt aufgrund der positiven Erfahrungen dennoch den Versuch in 2013 mit drei Leerungsterminen fortsetzen und weitere Erkenntnisse gewinnen.

Im dritten Teil der 1. Hofer Runde berichtete Ralf Gruner, Leiter der Niederlassung Vogtland und Bereichsleiter Kommunalberatung der ia GmbH, von Erfahrungen mit verschiedenen Sammelsystemen zur Alttextilerfassung und von möglichen Sammelmengen.

Ralf Gruner, ia GmbH

Kontrovers diskutiert wurde die Berücksichtigung von gemeinnützigen Sammlern. Zwar kann nach dem KrWG tatsächlich eine gemeinnützige Sammlung nicht untersagt werden, doch stellt sich oftmals die Frage, ob die Sammlung überhaupt gemeinnützig ist. Meist werden auch von gemeinnützigen Einrichtungen gewerbliche Dienstleister mit der Sammlung beauftragt. Deren Gewinnstreben widerspricht oft der im KrWG formulierten Gemeinnützigkeit.

Viele Städte und Landkreise in Deutschland führen bereits eigene Sammlungen oder Sammlungen in Kooperation mit örtlichen gemeinnützigen Einrichtungen durch. Die Gründe liegen meist in den Vorteilen aus der gemeinsamen Vermarktung und dem einheitlichen Erscheinungsbild der Sammlung. Dies bestätigte auch Herr Schurz vom Kommunalservice der Stadt Jena in der Diskussion. Der Kommunalservice führt in Jena selbst flächendeckend die Alttextilsammlung durch.

Ebenfalls kontrovers wurde die Art und Weise der Verwertung der Alttextilien, insbesondere der Export nach Afrika, diskutiert. Während einige Teilnehmer die Einhaltung hoher Sozialstandards als notwendig sehen (u.a. auch den Verzicht der Exporte von Alttextilien, die nicht aus Naturfasern produziert wurden), sehen andere Teilnehmer vor allem die Möglichkeit der Unterstützung der Gebührenstabilität durch die Alttextileinahmen und damit den Bürgernutzen als wesentliches Kriterium bei der Art und Weise der Verwertung.

Folgende weiteren Themen in Zusammenhang mit der Altextilsammlung wurden diskutiert:

- Die Stadt Fürth hat 60 Standplätze für Altkleidercontainer ausgeschrieben und vergeben. Ein privater Sammler klagt nun gegen die Stadt Fürth (§§17, 18), weil er seine Container ebenso aufstellen möchte und begründet dies mit der Behauptung, schon immer seine Container aufgestellt zu haben. Das Verfahren läuft noch.

- Preise für Alttextilien schwanken durch große Qualitätsunterschiede zwischen Land- und Stadtkleidung.

- Wenn in Verträgen mit Altkleider-Sammlern soziale Standards beinhaltet sind, sind diese rechtlich auch haltbar?

- Altkleiderverwertung ist auf die Art der Kleidung ausgerichtet (Hose, Rock, ...) und nicht auf die Bestandteile der Kleidung. Somit können Kriterien wie die Stoffart kaum berücksichtigt werden.

Die zweite Hofer Runde wird im Herbst 2013, voraussichtlich zum Thema demografischer Wandel stattfinden.

 




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