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Kommunikation


2. Hofer Runde – „Demografischer Wandel“ am 10.10.2013 in Hof

Zum 2. Mal fand am 10. Oktober die Hofer Runde statt. Der länderübergreifende Erfahrungsaustausch widmete sich diesmal den Themen „demografischer Wandel“ und "Gesundheitsmanagement".



Einleitend zeigt Ralf Gruner, Leiter der Niederlassung Vogtland der ia GmbH in Hof, die Prognosen zum demografischen Wandel auf. Neben einem Bevölkerungsrückgang von bis zu 30% wird für die Regionen der Teilnehmer der Hofer Runde auch eine deutliche Zunahme des Alters und der kleineren Haushalte vorhergesagt. Eine Entwicklung, der sich kommunale Entsorger sowohl auf betrieblicher als auch auf Kundenseite stellen müssen.

Grußwort des Landrates Bernd Hering

Frau Fischbeck vom Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb der Stadt Chemnitz (ASR) stellt im Anschluss die Aktivitäten und Überlegungen des ASR zu betrieblichen Maßnahmen in Bezug auf den demografischen Wandel vor. Von den etwa 300 Mitarbeitern des ASR sind 63% über 45 Jahre alt. Neben naheliegenden Überlegungen zu Gesundheitsangeboten und zur Förderung des Gesundheitsverständnisses wird auch die besondere Notwendigkeit der Führungsqualifikation der Führungskräfte festgestellt.

Kontrovers wird von der Hofer Runde das Angebot der AOK diskutiert, das eher als Mitgliederwerbung gesehen wird und dessen gesundheitsfördernde Wirkung in Frage gestellt wird. Bei der Möglichkeit von Lebensarbeitszeitkonten sieht der ASR zwar einen grundsätzlich guten Ansatz, durch gesetzliche Vorgaben (monetäre Bewertung der Zeitguthaben) sind derartige Konten jedoch praktisch uninteressant für die Mitarbeiter.

Erste positive Erfahrungen sind mit dem Projekt „Kolonnentrainer“ zu verzeichnen. Dies bestätigt auch Herr Girth, Betriebsstättenleiter der Kommunalentsorgung Landkreis Leipzig (KELL). Die KELL ist neben dem ASR Chemnitz einer der Partner des Projektes „Kolonnentrainer“ in Ostdeutschland.

Ines Fischbeck, ASR Chemnitz

Anreas Girth (links), KELL Kommunalentsorgung Landkreis Leipzig GmbH und Dr. Uwe Schink (rechts), KEV Kreisentsorgungs GmbH Vogtland in der Diskussion

Dass Gesundheit nicht nur physisches sondern vor allem auch psychisches Wohlbefinden bedeutet, zeigt Werner P. Bauer, Geschäftsführer der ia GmbH, auf. Körperliche Anstrengung kann je nach Lebensmoment positiv oder negativ gesehen werden. Während in der Freizeit körperliche Anstrengung, beispielsweise im Sport, als positiv gesehen wird, wird beruflich bedingte Anstrengung überwiegend negativ gesehen. Ein Ansatzpunkt zum Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit im Beruf könnte und sollte es also sein, die körperliche Anstrengung im Beruf positiver zu besetzen. Die Forderung nach mehr Führungskräftequalifikation im Vortrag des ASR unterstreicht diese Forderung. „Nicht getadelt ist genug gelobt“ reicht eben bei weitem nicht aus. Dies zeigt in der Tendenz auch der von Herrn Bauer in Auszügen vorgestellte Benchmark von ForumZ zum Gesundheitsmanagement.

Der vollständige Benchmark "Gesundheitsmanagement" ist für Partnerkommunen in ForumZ unter dem Link http://forumz.de/default.asp?Menue=6 verfügbar.  

Werner P. Bauer, ia GmbH

Im abschließenden Vortrag der 2. Hofer Runde wird von Herrn Gruner die Frage gestellt, ob die Serviceerwartungen der Kunden das Konzept der Wertstoffhöfe in Frage stellen. Bei zunehmender Alterung der Gesellschaft wird es für viele Bürger schwieriger, sperrige und schwere Gegenstände selbst zur Entsorgung zu bringen. Dies gilt vermehrt dann, wenn lange Strecken zum Wertstoffhof zurückzulegen sind.

Herr Fränkel vom AZV Hof berichtet von den positiven Erfahrungen des AZV Hof mit dem Wertstoffmobil. Hierdurch können zumindest kleinere Wertstoffe vor Ort in den Gemeinden erfasst werden. Auch wird auf die Duotonne der Stadt Schweinfurt (siehe 1. Hofer Runde) oder dezentrale Sammelbehälter für Elektrokleingeräte als mögliche Alternativen verwiesen.

Grundsätzlich ist der Wertstoffhof nicht in Frage zu stellen, jedoch kann durch zusätzlichen Service (bsp. bei der Sperrabfallabholung) sowie durch zielgerichtete Gestaltung der Gebühren und Gutschriften für abgegebene Wertstoffe die Attraktivität der Wertstoffhöfe gesteigert und die Stoffströme beeinflusst werden.

In der Diskussion um mehr Service bei den Wertstoffhöfen zeigten sich die unterschiedlichen Abfallwirtschaftssysteme in der Region. Während einige kommunale Entsorger flächendeckend Wertstoffhöfe betreiben, setzen andere, wie zum Beispiel der Landkreis Kulmbach, auf umfassende Holsysteme. Dabei wird konkret auch die Frage gestellt, ob es ökologisch sinnvoll ist, wenn viele Bürger einzeln im PKW mit kleinen Mengen zu Wertstoffhöfen fahren oder ob nicht eine haushaltsnahe Abholung mit effizienten Sammelfahrzeugen die vorteilhaftere Alternative wäre.

Frau Andrea Gerth und Frau Bettina Jurascheck, Landkreis Altenburger Land, Frau Birgit Dietz, Landkreis Vogtlandkreis


Eine Klärung der Frage kann auch im Rahmen der 2. Hofer Runde nicht erfolgen. Vielmehr werden zum Ende der Runde noch die Auswirkungen der nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz geforderten Getrenntsammlung von Bioabfällen ab dem Jahr 2015 diskutiert.

Dietmar Lübcke, Abfallwirtschaftszweckverband Ostthüringen


Gerade Teilnehmer, die selbst Behandlungsanlagen (insbesondere MBA's) betreiben, sorgen sich um die bereits durch den demografischen Wandel begründete Verschlechterung der Auslastung ihrer Anlagen. Durch Wegfall weiterer Bioabfallmengen würde diese Auslastung noch weiter deutlich verschlechtert werden. Herr Bauer von der ia GmbH berichtet von einer aktuellen Tagung des ANS, bei dem auch Vertreter des Bundesumweltministeriums Stellung nehmen. Nach Herrn RDir Dr. Claus-Gerhard Bergs ist vom Bundesgesetzgeber auch in der Bioabfallverordnung keine weitere Konkretisierung der Anforderungen zu erwarten. Vielmehr soll die Frage des Vollzugs von den Bundesländern individuell definiert werden.

Die Teilnehmer der Hofer Runde verständigen sich darauf, dass der Umgang mit Bioabfällen und die Folgen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes Inhalt der 3. Hofer Runde sein sollen. Die 3. Hofer Runde wird voraussichtlich Ende März 2014 stattfinden.

Weitere Informationen zur 2. Hofer Runde erhalten Sie bei:

Ralf Gruner
Leiter der Niederlassung Vogtland
Bereichsleiter Kommunalberatung
Tel 09281 160 90 30
gruner@ia-gmbh.de


>> zu den Ergebnissen der 1. Hofer Runde am 25.04.2013
 




Kommentare:

Hofer Runde in Ibbenbüren - das wär was für 2014 von Werner Dirkes (Fachdienst Städt. Bäderbetriebe Ibbenbüren (ab 15.04.2014)) am 29.10.2013
8. AK und Hofer Runde scheinen hier zum Verwechseln ähnlich.

Gruß
Werner Dirkes




 
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