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Kommunikation


Tagung zum 15-jährigen Bestehen des kommunalen Netzwerkes ForumZ

Die neu errichtete Vergärungsanlage in Warngau sowie die soeben ausgebaute Anlage in Kirchstockach wurden umfangreich vorgestellt

MDgt. Ludwig Kohler, BayStMUG
Jürgen Morlok, Lra Aschaffenburg
Dr. Alexander Schraml, KU Würzburg
Podium
MR Otto Bischlager, BayStMUG
Helmut Schmidt, Abfallwirtschaftsbetrieb München
Thomas Frey, VIVO KU beim Erhalt der Ehrenurkunde für 15 Jahre ForumZ
Am 30.05. und 31.05.2011 fand die Tagung zum 15-jährigen Bestehen des kommunalen Netzwerkes ForumZ statt. Der Markt Holzkirchen bei München wurde als Tagungsort gewählt, da am zweiten Tag die neue Trockenvergärungsanlage der VIVO KU in der nahen Gemeinde Warngau vorgestellt wurde.

Die teilnehmenden Referenten kamen aus dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, dem Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU), aus Landratsämtern, Gemeinden, Kommunalunternehmen, Zweckverbänden, Firmen und Ingenieurbüros.

Herr MDgt. Ludwig Kohler gab uns einen Überblick über die bayerische Umweltpolitik  und ihre Entwicklung in den letzten vier Jahrzehnten, insbesondere berichtete er über die Entwicklung der Abfallwirtschaft seit dem Volksentscheid zur Abfallentsorgung im Jahr 1991. Mit einem Lächeln nahmen die Teilnehmer zur Kenntnis, dass der das Wirken des Netzwerks FORUM Z in die Liste der bayerischen Highlights aufnahm.

Interessiert nahmen die Zuschauer zur Kenntnis, wo Herr Kohler die Schwerpunkte der Novellierung des deutschen Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes setzte. Ob etwa die erweiterte Ressourcenorientierung ( Phosphor ) Grund genug wäre, die Einführung der Biotonne zu betonen. Seine Strategie sah vor, die derzeitige Recyclingquote zu erhöhen, die Entsorgung der Abfälle aus privaten Haushalten aber bei den Kommunen zu belassen. Die Einführung gewerblicher Sammlungen muss so verankert sein, dass die Kommunen nicht beeinträchtigt werden und es soll – so Kohler – in Bayern keinen gesetzlichen Zwang zur flächendeckenden Einführung einer einheitlichen Wertstofftonne geben.

Dem Anliegen eines Grußwortes wurde MDgt. Kohler in besonderer Weise gerecht, als er das Anliegen des Forum Z, Erfahrungen und Wissen professionell auszutauschen und zu vernetzen, als generelles Tagungsthema nochmals klar herausstellte.

 

Die weiteren Vorträge des ersten Tagungsblocks betonten Erreichtes, Vision und Ziele des kommunalen Netzwerkes ForumZ.

Werner Bauer betonte die Notwendigkeit einer Fehler-toleranten Verwaltung, da jeder Verbesserungsprozess das bisher noch nicht Erreichte aufdeckt aber die Beteiligten dabei nicht bloßstellen darf.

 

Einen wesentlichen Schritt bei der Gestaltung von Kosten- und Leistungsvergleichen zeigte Jürgen Morlok auf, als er den Entstehungsprozess des Arbeitskreises ForumZ beschrieb, an dem mittlerweile Kommunen aus 6 Bundesländern mitarbeiten. Eine wichtige Erkenntnis für eine erfolgreiche Tätigkeit  des Forums ist nach Aussage von Herrn Morlock der persönliche Kontakt unter den Mitgliedern.

Noch virtuell ist der von Bernhard Lipowsky eingeführte Austausch unter den an jedem zukünftigen Benchmark mitwirkenden Kommunalvertreter. Am Beispiel von drei Kosten-/Leistungsvergleichen der letzten Jahre zum Thema Biomasse zeigte er die durch die Kommunen erreichten Kostenoptimierungen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.

Ab Mai 2011 können sich auf der ForumZ Plattform alle Mitwirkenden im Anschluss an einen Benchmark über die wesentlichen Details verständigen.

 

Herr MR Bischlager vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit beendete mit einer aufschlussreichen Gegenüberstellung die Ära der Vergleiche von Abfallgebühren. Ob das allerdings die Fachkollegen oder gar die Boulevardpresse akzeptieren wird, müssen wir abwarten.

 

Nach dem Vortrag von Herrn Thomas Frey, VIVO KU über den Verwaltungsaufwand, der bereits heute bei der Abwicklung der Dualen Systeme besteht, waren sich alle – zumindest die kommunalen Tagungsbesucher – einig, dass die formgerechte Umsetzung einer eigenen Wertstofftonne ein Schildbürgerstreich sonders gleichen werden würde. Helmut Schmidt, AWM bereichtet im Nachgang aus den vom BMU inszenierten Planspielen, und dass manche Erkenntnisse schon an der Fragstellung scheitern müssen.

 

Dr. Alexander Schraml, Vorstand des Kommunalunternehmens des Landkreises Würzburg und Leiter im team orange zeigte dass Kommunen mit modernen Organisationsstrukturen auch unliebsame Entscheidungen ohne Schaden der Politik durchziehen können.

 

Die Vorträge der beiden Vorstände aus den Zweckverbänden Schwandorf und Geiselbullach zeigten, dass man gerade mit einem Heizkraftwerk im Rücken eine stoffliche Verwertung von Biomasse aktiv betreiben kann - noch vor wenigen Jahren in dieser Deutlichkeit undenkbar.

Thomas Kroner beantwortete formgerecht die aus diversen Planungen bei der ia GmbH anstehenden Fragen, in welcher Form und Höhe die Novelle des EEG die Kostenstruktur einer Vergärungsanlage verändern wird.

 

Der Eröffnungsvortrag zum 2. Tag  von Hr. Prof. Dr. Faulstich befasste sich mit dem enormen Potential der Entwicklung der erneuerbaren Energien bis 2020. Der SRU hat - ohne jedes politisches Kalkül - bereits vor Monaten vertreten, dass die Deckung des Gesamtenergiebedarfs ohne Kernenergie möglich ist (siehe Sondergutachten des SRU vom Januar 2011 „Wege zur 100% erneuerbaren Stromversorgung“).

Er ging dabei auch auf die Bedeutung lokaler Energiemodelle – wie das im Anschluss von Christoph Marquardt, Stadt Garching vorgetragene Konzept aus Geothermie und Biomasse ein.

Mit Blick auf die Besichtigung der Trockenvergärung Warngau am Nachmittag des zweiten Tages sollte dem Nachbarlandkreis München die Möglichkeit gegeben werden, seine ebenso in den letzten Wochen umfangreich ausgebaute Vergärungsanlage Kirchstockach vorzustellen. Dies tat in offener Sicht auf den Betreiberalltag Ulrich Niefnecker von der Betreiberfirma Ganser Gruppe.

Die Vernetzung von Wärmequellen und –senken (Peer Schütte, Coplan AG) und die Anpassung von Bestandsgebäuden (Christoph Winkler, Duschl Ingeneure) mögen Randthemen der Abfallwirtschaft sein. Aber es bietet sich an, sie ausreichend zu berücksichtigen, um eine Realisierung etwa der Wärmenutzung einer Vergärungsanlage optimal umzusetzen.

Die restlichen Vorträge bezogen sich auf die in den letzten Monaten realisierte Vergärungsanlage mit Nachbehandlung der Gärreste in automatisch befüllbaren Rotteboxen. Die Boxenfermentation ist immer eine Gradwanderung zwischen Einfachheit im Betrieb und ständig wiederkehrendem operativen Aufwand.

Wie mit diesem Verfahren auch harte Vorgaben des Auftraggebers (Abwasserfreiheit) umsetzbar sind, zeigte Dr. Sandra Striewski. Mit der Besichtigung der Anlage wurde eine zweitätige Fachveranstaltung würdig abgeschlossen.

 

Protokoll: Engesser, Bauer

 




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