Sonntag, 17.12.2017
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Magazin


Nr. 6 - November 2017


Editorial: Ungenutzte Chance
Martin Boeckh
Wir haben an dieser Stelle schon häufig ein Umfrageergebnis des Umweltbundesamtes zitiert, demzufolge die Mülltrennung des Bundesbürgers vornehmlichste Aufgabe ist, wenn es um die Frage des Umweltschutzes geht. Es ist nicht der Verzicht auf das Auto, es ist nicht die Einschränkung beim Fleischkonsum aus Massentierhaltung, und es ist schon gar nicht der Verzicht auf den Kurztrip mit dem Billigflieger. Jeder trennt einen Müll – und fühlt sich gut dabei. Dabei gibt es jede Menge Unsinnigkeiten und Widersprüche, vor allem wenn es um den gelben Sack geht und welche Inhalte davon tatsächlich recycelt werden.
Ressourcenverschwendung: Zu viele Landkreise verweigern sich noch immer der Biotonne
Sascha Roth
Dem Kreislaufwirtschaftsgesetz zum Trotz: Jeder fünfte Landkreis in Deutschland bietet entweder kein oder ein nur mangelhaftes Trennsystem für Bioabfälle an. So landen auch in 2017 noch rund sechs Millionen Tonnen Bioabfälle im Restmüll. Der NABU fordert von den Landkreisen und den Landesbehörden, geltendes Recht in die Praxis umzusetzen und die Biotonne flächendeckend einzuführen.
Ganz auf Za(c)k: Sensorgestützte Sortierung für sauberen Kompost
Martin Boeckh
Auf dem Gelände des Biomasse-Kompetenzzentrums der ‚Zentralen Abfallwirtschaft Kaiserslautern (ZAK)’ ging eine mehrstufige, sensorgestütze Sortieranlage für Bioabfall in Betrieb. Mit hohem technologischem Aufwand wird das bereinigt, was der Konsument leichtfertig verursacht: eine Fremdstoffentfrachtung, ohne die die vorgeschriebene Kompostqualität nicht erreicht werden kann.
Schadstoffe im Schwitzkasten: Mit sauberer Vakuum-Technologie wirkungsvoll gegen Altlasten
Reinhard Schmidt
Gefahrstoffe sauber und mit geringem Energieeinsatz aus verseuchten Böden entfernen oder wertvolle Rohstoffe aus Industrieabfällen und Bohrschlämmen zurückgewinnen – dafür sind die vakuum-thermischen Anlagen der Econ Industries GmbH spezialisiert. Inzwischen ist das Starnberger Unternehmen mit seinen VacuDry-Anlagen nicht nur in Australien präsent, sondern auch in Aserbaidschan. Europa tut sich mit der sauberen Technologie aber immer noch sehr schwer.
Nutzbar mit Einschränkungen: Forschungsprojekt untersucht die Nutzung von Deponieabfällen als Rohstoff- und Energiequelle
Dipl.-Ing. Martin Rotheut, Prof. Dr.-Ing. Peter Quicker
Seit dem Jahr 1975 sind in Deutschland insgesamt 2,5 Mrd. Tonnen Siedlungsabfall deponiert worden. Durch die steigende Rohstoff-Nachfrage werden zunehmend die Möglichkeiten zur Nutzung der Rohstoffe, die diese Deponien enthalten, betrachtet. Im Rahmen eines bei der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen angesiedelten Forschungsvorhabens wurde unter anderem die Gewinnung und energetische Verwertung von Ersatzbrennstoffen aus Deponat untersucht und großtechnisch erprobt.
Massiv unter Druck: Kanalballenpresse für wirtschaftliche Lkw-Auslastung
Stefanie Keller
HSM GmbH + Co. KG, der süddeutsche Hersteller von Ballenpressen, PET-Lösungen und Aktenvernichtern, bietet mit seinem Produktprogramm wirtschaftliche Lösungen für Entsorger und Anwender in der Industrie. Die Ballenpressen sind dafür geeignet, Abfallmaterialien um bis zu 95 Prozent zu verdichten und zu gut transportierbaren Ballen zu verpressen.
Trennung unter Schock: Fraunhofer Projektgruppe testet elektrohydraulische Zerkleinerung von werthaltigen Reststoffen
Dr. Katrin Bokelmann, Anette Weingärtner
Mit Hilfe der elektrohydraulischen Zerkleinerung ist es möglich, in einem Recyclingprozess Stoffe selektiv zu trennen und dadurch Prozessschritte in konventionellen Verfahren einzusparen. Die Technologie eignet sich sowohl für die Rückgewinnung von Wertstoffen aus primären als auch aus sekundären Rohstoffquellen. Das Verfahren wird derzeit von der Fraunhofer Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie (IWKS) getestet.
Zweifach genutzt: Zellulose aus benutztem Toilettenpapier lässt sich wiederverwerten
Coos Wessels
Ein niederländisches Unternehmen hat sich auf die Zurückgewinnung und Wiederverwendung von recycelter Zellulose aus Abwasser spezialisiert. Mit der offiziellen Einweihung der weltweit ersten Zellulose-Produktionsstätte als Großprojekt wurden erstmalig pro Tag etwa 400 kg an Zellulose, dem Hauptbestandteil von Toilettenpapier, aus Abwasser gewonnen, gereinigt und hygienisiert, um daraus anschließend hochwertige Produkte herzustellen.
Von der Entsorgung zur Versorgung: Paradigmenwechsel bei der Biogutverarbeitung erfordert Kooperation von allen Beteiligten
Dipl.-Ing. Lea Böhme, Dipl.-Ing. Anna Fritzsche, o. Prof. Dr.-Ing. Martin Kranert
Die seit 2015 geltende Pflicht zur flächendeckenden Getrenntsammlung von Biogut sorgt vielerorts für steigende Biogutmengen und einen Zubau von Behandlungskapazitäten. Allerdings sind Biogut und die daraus hergestellten Komposte oft verunreinigt. Alle Akteure stehen vor der Herausforderung, bei stark schwankenden Inputqualitäten eine gleichmäßige und hohe Qualität ihrer Produkte sicherzustellen.
Unbeliebt, aber wirksam: Pfandsysteme können die Sammelquoten verbessern
Jan Schlecht, Dr. rer. nat. Torsten Zeller
Elektro- und Elektronikaltgeräte (EAG) enthalten in hohem Maße wirtschaftsstrategische Rohstoffe. Nach der Nutzungsphase existieren für die entstehenden Abfälle zum Teil Aufbereitungsverfahren. Bislang wird jedoch ein Großteil der Elektro- und Elektronikaltgeräte nicht erfasst und damit auch nicht dem Recycling zugeführt. Hier gilt es, die Erfassungsquoten zu steigern.
Handling entscheidet: Optische Gasdetektionskameras haben ein großes Potential
Thomas Jung, Frank Liebelt
Flüchtige Gasemissionen stellen in jedem Fall eine Gefahr dar. Sei es, dass sie in Industrieunternehmen zu Bränden oder Explosionen führen können, sei es, dass Produktionsprozesse gestört werden oder das Klima durch Emissionen klimarelevanter Gase negativ beeinflusst wird. FLIR Systems Inc., ein Spezialist für Gasdetektionskameras, nennt die Fakten, auf die es ankommt, wenn ein Abfall- oder Recyclingunternehmen die Anschaffung einer entsprechenden Kamera plant.
Emissionsleistung garantiert: DCL-Katalysatoren nutzen der Umwelt
Bettina Petri
Im Rahmen von steigenden Energiekosten und gesetzlichen Vorgaben zur CO2-Einsparung sind ein bewusster Umgang mit Energie und weitere Effizienzsteigerungen bei technischen Anlagen und Systemen unumgänglich. BHKW-Systeme von Bosch KWK Systeme helfen, bestehende Energiequellen nachhaltig zu nutzen. Für ein hohes Maß an Umweltverträglichkeit sorgen DCL-Katalysatoren.
Unter Hitze regeneriert: Die Filtration von heißen Abgasen zeigt viele Vorteile
Jens Markgraf
Bei der Reinigung und Aufbereitung von Prozess- und Abgasen bietet die Filtration heißer Gasströme viele Vorteile. Bislang gibt es weltweit jedoch nur wenige Unternehmen, die Erfahrung mit dieser neuartigen Methode vorweisen können. Eine Firma aus Bayern hat sich ganz auf bedarfsgerechte Lösungen zur Reinigung heißer Gasströme spezialisiert.
Aus ‚müllartig’ wird ‚waldig’: Biofilter beseitigen Gerüche und VOC in der Abluft
Thomas Gerl, Dipl.-Ing. Ulrich Lütke-Wöstmann
Bei der Müllsortierung, in Aufbereitungsanlagen und ganz besonders in Kompostwerken treten oft unangenehme Gerüche auf, die Anwohner nachhaltig belästigen. Grund sind biologische Prozesse, bei denen flüchtige Kohlenwasserstoffe (VOC) entstehen. Im thüringischen Eisfeld hat ein Kunststoffrecycling-Unternehmen sich für eine biologische Abluftreinigung entschieden und damit gute Erfahrungen gemacht.
Die Hälfte vergeudet: Studie belegt die Sinnhaftigkeit energieeffizienter Klärtechnik
Lucia Wolfstädter
Umweltschutz lohnt sich. Was nach Wahlkampfslogan aus den 1970er-Jahren klingt, ist die Quintessenz einer Xylem-Studie. Im Klartext: Wer energieeffiziente Technik in Abwasseranlagen einsetzt, setzt nicht nur dem Klimawandel etwas entgegen – er belohnt sich durch sinkende Betriebskosten selbst. Die Studie fordert geeignete Finanzierungsmodelle, die diesen Prozess anschieben.
Mischwasser setzt Kläranlagen zu: Kommunale Kläranlagen erneut im Leistungsvergleich
Dr. Frank Bringewski
Die kommunalen Kläranlagen in Deutschland und Österreich erfüllen oder übertreffen im Schnitt die Vorgaben der europäischen Kommunalabwasserrichtlinie. Große Mischwassereinträge können die Reinigungsqualität allerdings schmälern. Zu diesem Ergebnis kommt die DWA bei ihrem jährlich durchgeführten Leistungsvergleich.
Weniger CO2-Belastung: Vorschau auf die Messe ‚World Efficiency Solutions’ 2017 in Paris
Martin Boeckh, Eva Passmann
2015 erließen die UN-Mitgliedsstaaten zwei Texte mit Bedeutung für unsere Zukunft und die unseres Planeten: die Agenda 2030 mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG) und das Pariser Übereinkommen zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 °C bis 2100. Die dafür erforderlichen Maßnahmen sind beträchtlich. So erfordert die Beschränkung der Erwärmung auf 1,5 Prozent eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen von 70 auf 80 Prozent bis 2050 sowie null Emissionen bis zum Jahrhundertende.
Mehr als nur Verbrennung: Vorschau auf die Berliner Abfallwirtschafts- und Energiekonferenz 2018
Dr.-Ing. Stephanie Thiel
Die nächste Berliner Abfallwirtschafts- und Energiekonferenz findet am 29. und 30. Januar 2018 statt. Wie immer wird sie vom TK Verlag gemeinsam mit Professor Dr.-Ing. Peter Quicker von der RWTH Aachen und Dr.- Ing. Alexander Gosten von den Berliner Stadtreinigungsbetrieben organisiert.
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